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Schauspielhaus Wien – 1000 Augen, 18. 04. um 20:00 – Geschenk

5,00 

Von Mazlum Nergiz

Asma ist verschwunden. Sie erzählte allen, dass sie nach Paris fahren würde, um ihren Abschlussfilm über die Ermordung der drei kurdischen Widerstandskämpfer Sakine Cansiz, Fidan Doğan und Leyla Söylemez zu drehen. Sie wurden am 9. Januar 2013 in den Räumlichkeiten des Center d’information du Kurdistan in der Rue Lafayette erschossen. Der Täter: ein Agent des türkischen Geheimdienstes. Aber Asma ist nie zurückgekehrt. Was ist passiert? Familie, Freunde und Bekannte beginnen zu spekulieren. Bilder erscheinen im Internet. Hat sich Asma dem kurdischen Widerstand angeschlossen? Ist sie ein şehîd, ein Märtyrer, geworden, wie es kurdische Freiheitskämpfer werden, wenn sie im Kampf sterben? Die schlaflosen Gaffer sprechen und versuchen zu verstehen, warum man das Leben leben sollte, in das man geworfen wird. Oder vielleicht auch nicht. Was bleibt, ist die Leere, die ein Mensch hinterlässt, eine Leere, die jeder versucht, mit seinen Bildern zu füllen.

 

1000 Augen ist ein Stück über Abwesenheit und Radikalität. Die Kluft, mit der sich die Figuren auseinandersetzen müssen, ist das Ergebnis einer globalen politischen Konfliktzone, in der immer mehr junge Menschen in Europa ihr Leben riskieren, um sich zu engagieren. Wie kann man den Schock über die Entscheidung, in den Krieg zu ziehen, überwinden? Wie das Auge einer Libelle strukturiert, fügen sich die Szenen zu einem emotional aufwühlenden Mosaik zusammen. Dabei bewegt sich 1000 Eyes auf dem schmalen Grat zwischen verklärender Mythologie und der widerständigen Emanzipation des kurdischen Widerstandskampfes. Ein Wirbelwind von Perspektiven.

 

Anmerkung zum Inhalt:

Das Stück enthält Textpassagen, die von Krieg und Gewalt handeln. Eine Szene handelt von sexueller Gewalt.

 

Empfohlen für Personen ab 15 Jahren.

Produktionsteam

  • Regisseurin – Sahar Rahimi
  • Bühne und Kostüme – Evi Bauer
  • Mitarbeit an Bühne und Kostüm – Mirjam Ruschka
  • Video, Licht und Bühne – Joscha Eckert
  • Musik und Ton – Niki Neecke
  • Dramaturgie – Martina Grohmann
  • Regieassistentin – Stella Jarisch

Gießen

  • Iris Becher
  • Tina Keserović
  • Kaspar Locher
  • Sophia Löffler
  • Romy Nagl/Ela Paul
  • Sissi Reich
  • Maximilian Thienen

Produktionsnachweis:

  • Produktion: Schauspielhaus Wien/Wien, 2024
  • Weltpremiere: 13. Januar 2024
  • Aufführungsrechte lizenziert durch: rua Kooperative für Text + Regie, Berlin
  • Das Stück wurde in Zusammenarbeit mit der Theatergruppe El Vaïvén für das Programm “Prix T13, festival de mise en scène” am Théâtre 13 in Paris entwickelt.

Schauspielhaus Wien

Das Schauspielhaus Wien legt seinen Schwerpunkt auf zeitgenössische Dramatik und bietet damit ein einzigartiges Profil in der deutschsprachigen Theaterlandschaft. Der historische Veranstaltungsort im lebhaften 9. Wiener Gemeindebezirk diente ursprünglich als Kino. 1978 baute der Regisseur Hans Gratzer den Raum zu einem Schauspielhaus um, das sich auf radikale zeitgenössische Stücke österreichischer Autoren wie Werner Schwab oder Elfriede Jelinek spezialisierte. Gratzers Team brachte auch international anerkannte Dramatiker wie Sarah Kane, Mark Ravenhill oder Martin Sherman in die deutschsprachige Szene. Die Gründungsjahre schärften das Profil des Schauspielhauses als politisch engagiertes Theater.

Im Laufe seiner bewegten Geschichte ist die Förderung von Dramatikern die Hauptaufgabe des Theaters geblieben. Ein jährliches Stipendienprogramm für Nachwuchsautoren (“Hans Gratzer Stipendium”) sowie zahlreiche Auftragsarbeiten haben das Schauspielhaus Wien zum Sprungbrett für viele namhafte Dramatiker der Gegenwart gemacht, darunter Thomas Arzt, Kevin Rittberger, Miroslava Svolikova, Thomas Köck, Sivan Ben Yishai oder Enis Maci. Das Schauspielhaus Wien und seine Künstlerinnen und Künstler wurden wiederholt mit dem Nestroy-Preis, Österreichs renommiertem Theaterpreis, ausgezeichnet.

Die künstlerische Leitung teilen sich ab der Spielzeit 2023/24 die Regisseurin Marie Bues, die Dramaturgin Martina Grohmann, der Regisseur und Dramaturg Tobias Herzberg sowie der Autor und Dramaturg Mazlum Nergiz. Unter ihrer Leitung bemüht sich das Schauspielhaus Wien um eine Öffnung in die Stadt und über ihre Grenzen hinaus: Die neu ins Leben gerufene Publikumsplattform “Offenes^Haus” bietet partizipative Projekte für die Nachbarschaft und die breite Öffentlichkeit. Internationale Kooperationen verbinden Künstler und ihr Publikum in ganz Europa.

Das Wiener Schauspielhaus | Porzellangasse 19, 1090 Wien, Österreich


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